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Freundschaften / Begegnungen

Feier zum 60. Geburtstag

Zu seinem 60. Geburtstag lädt Heinz Piontek Gäste, Freunde und Weggefährten, Autoren und Literaturkritiker, in das Hotel Bayerischer Hof in München ein:

„Am 14. November gaben wir für ca. 50 Freunde und Nachbarn ein feierliches Essen, das sich bis in meine „Geburtsstunden“ hineinzog.“

Heinz Piontek an Gerhard Neumann, 19.11.1985

Malkowski an Piontek zu dessen 65.Geburtstag

Heinz Piontek und Rainer Malkowski - gegenseitige Wertschätzung

Den Lyriker Rainer Malkowski – wie Heinz Piontek 2003 verstorben - verband eine enge, langjährige Freundschaft zu Piontek. Auf dessen Vorschlag wurde Malkowski 1990 als Ordentliches Mitglied in die Bayerischen Akademie der Schönen Künste gewählt.

Korrespondenz mit Verleger Knaus

[…] „Ich erinnere mich gern in der Hoffmann und Campe-Zeit schon zu Beginn über Ihre Klartexte mit Ihnen in Verbindungen gekommen zu sein und an unsere Sitzungen im Hotel Carlton über dem Dichterleben als letzte Arbeitsbegegnung.“ […]

Albrecht Knaus (Verleger, 1913-2007)an Heinz Piontek,
Eigenhändige Karte, 31.5.2001

Würdigung Pionteks durch Horst Fuhrmann

Würdigungen durch Freunde

Mit dem renommierten Historiker Horst Fuhrmann verband Heinz Piontek eine engere Freundschaft. Wie Piontek in Kreuzburg /OS geboren und fast gleich alt, Furhmann wurde am 22.Juni 1926 geboren, wurde auch Fuhrmann 1943 zum Kriegsdienst eingezogen und geriet, wie Piontek, in kurze Kriegsgefangenschaft.

Als Mitglied und Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie zahlreicher anderer nationaler und internationaler wissenschaftlicher Organisationen genoss der Historiker großes Ansehen. Seine Wertschätzung gegenüber Piontek drückt er in einem Beitrag im Sonderheft der Literatur in Bayern zum 70. Geburtstag des Dichters aus.

Dichter und ihre Gedichte: Heinz Piontek zu Georg von der Vrings Gedicht "Waldlager bei Billy"

Georg von der Vring

Waldlager bei Billy

 Rollen noch wie Mäuse
Eicheln übers Dach,
In des Drahtbetts Reuse
Lieg ich überwach.
 
Alle sind gegangen,
Keiner mehr bei mir.
Draußen rauschen die langen
Eichen mit Goldpapier.
 
Blumen nicht, noch Küsse.
Briefe lichterloh.
Ach, die Haselnüsse
Deiner Augen - wo ?

Nüsse eine Menge,
Küsse eine Zahl.
Blumen ein Gedränge,
Briefe eine Qual.
 
Wald mit tausend Pfützen.
Wer tritt ins Haus?
Hall von Geschützen
Löscht die Kerze aus.

Vring, Georg von der, Die Gedichte. Gesamtausgabe der veröffentlichten Gedichte und eine Auswahl aus dem Nachlass. Herausgegeben von Christiane Peter. Mit einem Nachwort von Christoph Meckel. 2. Auflage 1996. Verlag C.H.Beck München ISBN 978-3-406-60757-8, vormals Langewiesche-Brandt.

(Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags C.H.Beck)

Einsam im Waldlager

Georg von der Vring, geboren 1889 in Brake an der Weser, gestorben 1968 in München in der Isar, hat schätzungsweise mehr als 500 Gedichte geschrieben. Seine frühesten entstanden noch vor dem Ersten Weltkrieg. Wer damals als Dichter, als Künstler begann, fühlte sich weitgehend einer neuen Ausdrucksweise verpflichtet, die sehr bald den Namen Expressionismus erhielt. Von der Vring war drei Jahre jünger als Gottfried Benn, zwei Jahre jünger als Georg Trakl und Georg Heym und ein Jahr älter als Franz Werfel. Obwohl er sich den vorherrschenden Stil seiner Generation zu eigen machte, ist er später nie zu den Expressionisten gerechnet worden. Und mit Recht. Er selbst hat seine expressionistische Phase, die nicht lange andauerte, nur als Vorstufe zu seiner Lyrik gewertet. Die Gedichte, die für ihn zählten, in denen er zu seiner Selbständigkeit und Eigenständigkeit fand, schrieb er erst als Dreißigjähriger. Hinter ihm lag das Erlebnis des Krieges und der Kriegsgefangenschaft. Inzwischen waren jener liedhafte Ton und jener genaue, zarte Duktus in ihm herangereift, die von nun an seine Dichtung unverwechselbar prägten —: ein lyrisches Werk von hohen Graden.

Würdigung von Freunden: Georg von der Vring

Was bleibt? Dem Dichter Georg von der Vring – einem von Piontek sehr geschätzten, 36 Jahre älteren Kollegen und Freund –  erweist Piontek mit einer  Trauerrede und einem Gedicht (Totenlitanei für von der Vring) die letzte Ehre. Der Dichter lebt in und mit seinem Werk fort:

„[D]er Tod behält nicht das letzte Wort.“

Als Herausgeber der Münchner Edition sorgte Piontek für die Veröffentlichung des 1927 erschienenen  Antikriegsromans „Soldat Suhren“. Ein Roman, der von der Vring bekannt gemacht hat und der ihm, dem Kunstlehrer, fortan erlaubte, eine Existenz als Schriftsteller zu führen.

Literarisch schätzte Piontek an von der Vring aber vor allem dessen lyrisches „Talent“, die poetische Kraft, die Fähigkeit, Weltchaos in Poesie zu verwandeln.

Persönliche Begegnungen Familie Dürring

Die Gemeindereferentin Margrit Dürring (1939 - 2017) engagierte sich für den Schriftsteller Heinz Piontek als eifrige Leserin seiner Bücher, las Korrektur, insbesondere zu der Neuauflage zu seinem autobiographischen Roman „Stunde der Überlebenden“, und kalligraphierte seine Gedichte. Sie fühlte sich mit dem Autor geistesverwandt und war eine Vertraute seines Herzens.

 Durch eine kalligraphische Bearbeitung des Gedichts "Bäume" kam es zum persönlichen Kontakt zwischen der Familie Dürring, die im Württembergischen beheimatet ist, und Heinz Piontek.

 Bäume
 
Ihr, ja ihr.
 
Ruhig auf der dunklen
Erde fußend.
 
Doch verwundbar
wie wir,
 
die wir uns vorwärts-
kämpfen müssen.
 
Nützlich oder
einfach schön
 
und immer etwas
Neues bedeutend.
 
So wachsen:
 
In die Höhe,
in die Tiefe
 
und mit
ausgebreiteten Armen.

Heinz Piontek

Weitere kalligraphisch gestaltete Gedichte waren Geschenke an den Dichter.